

Um stets den Entwicklungsstand der Kinder zu kennen und auch genau verfolgen zu können, wird der Entwicklungsstand der Kinder quartalsweise in standardisierten Entwicklungsprofilen dokumentiert.
Unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind nicht nur Bezugspersonen der Kinder, sondern Sie stehen den Kindern auch stets als Mentoren bzw. Mentorinnen zur Seite.
Sprache ist die Grundlage unseres Denkens und Handels. Aus diesem Grund nimmt Sprachförderung einen zentralen Teil des Little Giants Konzepts ein. Unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen lesen den Kindern viel vor, rezitieren Gedichte und erklären vor Allem den Kindern neue und interessante Sachverhalte.
Das Spiel ist eine wichtige Form des Lernens. Im Spiel entdecken Kinder, üben soziale Kompetenz und entwickeln Ihre Fähigkeiten. Wir glauben fest daran, dass die Bildung von Kindern nicht vorzeitig "verschult" werden darf.
Lev Semyonovich Vygotsky (Лев Семенович Выготский) (17. November 1896 - 11. Juni 1934) war ein sowjetischer Entwicklungspsychologe. Die englische Übersetzung seiner Arbeiten in den Sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts führte zu breiter Anerkennung in der westlichen Welt. Nach Vygotskys Auffassung stellt die intellektuelle Entwicklung eines Kindes nicht eine individuelle Leistung, sondern eine Leistung der menschlichen Gemeinschaft. Seine Arbeiten haben großen Einfluss auf die Gebiete der Entwicklungspsychologie, der Pädagogik und der Forschung auf dem Gebiet der kindlichen Entwicklung.
Er wurde in Orsa, Weißrussland geboren und wuchs in Homel, Weißrussland als Sohn einer wohlhabenden jüdischen Familie auf. Vygotsky besuchte die Moskauer Universität und belegte Jura als Hauptfach. Nach seinem Abschluss kehrte er 1918 nach Homel zurück, wo er als Lehrer arbeitete und forschte. 1924 zog er nach Moskau, um an verschiedenen Projekten zu arbeiten. Im Jahre 1934 starb er an Tuberkulose. Vygotsky hinterließ zahlreiche wertvolle Arbeiten.
Vygotsky begann sein wissenschaftliches Wirken im Bereich der Kunstpsychologie. Er verfolgte die Frage, wie es Kunstwerke schaffen, eine bestimmte psychische Reaktion (z. B. eine Emotion) hervorzurufen. Kurz umrissen fand er als Erklärung, dass Kunstwerke bestimmte Motive enthalten, die in der entsprechenden Kultur einen festen Bezug zu einem gewissen Themenfeld haben (z. B. hat in abendländischer Kultur eine Hirtenszene eine starke Konnotation mit Frieden und Beschaulichkeit). Der dieser Kultur angehörige Betrachter (bzw. Zuschauer, Zuhörer etc.) des Kunstwerkes entschlüsselt (meist unbewusst) nicht nur diesen Zusammenhang, sondern die gesamte kulturelle Geschichte dieses Motivs (also z. B. auch Geschichten, in denen ein Wolf in der Hirtenszene auftaucht, Hirtenanalogien aus der Bibel etc.).
Diese Überlegungen beeinflussten seine weiteren psychologischen Forschungen über das menschliche Bewusstsein und das menschliche Denken, mit denen er den Grundstein der kulturhistorischen Schule der russischen Psychologie legte.
Seine Grundidee war, dass höhere geistige Funktionen durch funktionale Verbindungen zwischen verschiedenen niederen geistigen Funktionen realisiert werden. Diese Verbindungen entstehen in einem kulturellen Kontext, nämlich der Kommunikation mit anderen Menschen. Da Kommunikation unter Verwendung kulturell gewachsener Zeichensysteme geschieht, fällt dem Zeichen die Organisation dieser Verbindungen zu. Bei der Entstehung dieser funktionalen Hirnsysteme organisiert das Zeichen zunächst das Verhältnis zwischen zwei Menschen (Mensch1 -> Zeichen -> Mensch2) und wird später zum Mittel der Selbstregulation (Mensch1 -> Zeichen -> Mensch1).
Das Zeichen und der soziale und kulturelle Zusammenhang, in dem ein Mensch aufwächst, sind laut Vygotsky also von zentraler Bedeutung für die kognitive Entwicklung des Menschen.
Vygotskys Arbeiten bestehen aus mehreren Schlüsselkonzepten:
Seine Arbeiten decken verschiedenste Gebiete, wie die Entwicklung höhere Denkfunktionen, die Philosophie der Wissenschaft und die Methodik der psychologischen Forschung, die Beziehung zwischen Lernen und der menschlichen Entwicklung, Gedankenbildung, Sprache und Denken, Kunstpsychologie, Spiel als psychologisches Phänomen, Lernschwierigkeiten, usw.
Die Zone der nächsten Entwicklung bezieht sich auf die Lücke zwischen den bereits vorhandenen Fähigkeiten einen Kindes, und dem, was es unter Anleitung eines Erwachsenen oder eines weiterentwickelten Kindes lernen kann. Obwohl diese Theorie oft von Pädagogen zitiert wird, wird sie meist nicht in der Weise angewandt, wie Vygotsky sie ursprünglich beschrieb.
Die Zone der nächsten Entwicklung verwendet zwei Bezugsebenen, um den die Fähigkeiten und das Potenzial eines Kindes zu beurteilen. Der tatsächliche Entwicklungsstand eines Kindes wird durch die Fähigkeiten eines Kindes Vorgänge selbstständig und ohne Hilfe auszuführen. Er stellt den gegenwärtigen Wissensstand des Kindes dar und wird normalerweise in Schulen gemessen und bewertet. Der potenzielle Entwicklungsstand eines Kindes wird durch Tätigkeiten beschrieben, die ein Kind unter Anleitung einer anderen Person ausführen kann. Der Unterschied zwischen diesen beiden Entwicklungsständen ist die Zone der nächsten Entwicklung. Das Konzept, dass eine Bezugsperson ein Kind durch die Zone der nächsten Entwicklung begleitet, wird als Scaffolding (Ko-Konstruktion) bezeichnet.
Eine weiterer wichtiger Beitrag Vygotskys zur Entwicklungspsychologie stellen seine Arbeiten zur Sprachenentwicklung und Denken dar. In seinem Buch Denken und Sprache stellt Vygotsky eine klare Verbindung zwischen Sprache und der Entwicklung von Denkkonzepten, Bewusstsein und Erkenntnis her. Vygotsky argumentiert, dass durch innere und gesprochene Sprache die Gedanken und die Denkkonzepte (das geistige Wesen des Kindes) gebildet werden.
Weniger bekannt, obwohl wichtig und im direkten Bezug zur Zone der nächsten Entwicklung stehend, sind Vygotskys Arbeiten zur Psychologie des Spiels. Während des Spiels werden gesellschaftliche Normen geübt. Jedes Spiel wird von diesen Normen geprägt. So beschreibt Vygotsky zwei Schwestern beim Abendessen, die spielen, dass sie zwei Schwestern beim Abendessen sind. Vygotsky war der Überzeugung, dass das Spiel alle Entwicklungszustände in einer komprimierten Fassung enthält. Aus diesem Grund sei das Spiel ähnlich der Vorstellungskraft, in welcher ein Kind seine normalen Verhaltensmuster ausweitet und dadurch selbst eine Zone der nächsten Entwicklung schafft. Vygotsky war der Auffassung, dass das Spiel die Quelle aller Entwicklungen ist.
Weiterhin vertrat Vygotsky die Auffassung, dass Kultur und Gemeinschaft eine große Rolle bei der frühen Entwicklung eines Menschen spielen. Vygotsky ist bekannt für seinen soziokulturellen Ansatz. Für ihn ist die Entwicklung eines Kindes ein direktes Ergebnis der Kultur des Kindes. Vygotsky betrachtet die Entwicklung primär als geistige Entwicklung (Denken, Sprache, Logik). Durch Beobachtungen stellte er fest, dass diese Fähigkeiten sich hauptsächlich durch soziale Interaktionen mit erwachsenen Bezugspersonen entwickeln. Durch die Interaktion lernt ein Kind die Bräuche seine Kultur kennen: Sprachmuster, Schrift und Symbole. Das spezifische Wissen, das sich ein Kind durch die Interaktion aneignet, repräsentiert die Kultur, der Gesellschaft in der es lebt. Dieser Prozess heißt Verinnerlichung.
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