

Wir sehen unsere Aufgabe darin, den Kindern die Möglichkeit zu geben sich in allen Entwicklungsgebieten gleichermaßen entwickeln zu können. Dabei sind wir der festen Überzeugung, dass alle Entwicklungsgebiete gleich wichtig sind.
Wir sind der Überzeugung, dass alle Kinder kleine Entdecker und Forscher sind und einen das unstillbare Bedürfnisse haben Ihre Umwelt zu entdecken. Deshalb gibt Little Giants Kindern die Möglichkeit bei gezielten Aktivitäten oder durch Sie sind aktive Lerner.
Bei Little Giants konfrontieren unsere pädagogischen Fachkräfte die Kinder ständig mit neuen Materialien, stellen den Kindern weiterführende Fragen und eröffnen Ihnen neue Blickwinkel.
Jean Piaget (* 9. August 1896 in Neuchâtel; † 16. September 1980 in Genf) war ein Schweizer Entwicklungspsychologe und Epistemologe. Er war Psychologieprofessor an der Universität Genf von 1929 - 1954.
Im Zentrum der Piagetschen Theorie stehen zwei, komplementär zueinanderstehende, funktionale Prozesse: Assimilation auf der einen und Akkommodation auf der anderen Seite. Beide sind Aspekte der kognitiven Anpassung des Organismus an seine Umwelt. Zur Veranschaulichung ist die von Piaget selbst verwendete Analogie der Nahrungsaufnahme dienlich: Das Aufnehmen der Nahrung, deren Zerkauen und das stoffliche Zersetzen bedeutet Assimilation im Sinne von Anpassung an den Organismus. Der Organismus selbst passt sich aber sozusagen der Nahrung an, indem er diese Nahrungsaufnahmeoperationen durchführt (und hier hinkt die Analogie selbstverständlich ein wenig).
Ein Beispiel, das gerne zitiert wird, ist der Greifakt des Kindes in den frühen Stadien: Das Kind kommt mit einem Greifreflex zur Welt. Ein Gegenstand, der anfangs durch Zufall berührt und dann "automatisch" ergriffen wird, wird sozusagen an den Greifakt assimiliert. Der Gegenstand bildet für das Kind "etwas Greifbares". Er existiert für das Kind zu diesem Zeitpunkt nur als solcher, also quasi als "Greifobjekt" und noch nicht als Objekt im geläufigen Sinne mit all seinen sensorisch erfassbaren Eigenschaften (siehe Objektpermanenz).
Die Assimilationsbewegung wird an diesem Objekt nun immer wieder "geübt". Der Gegenstand bildet "Nahrung" für das Greifschema. Das Kind begegnet natürlich anderen Gegenständen. Diese werden ebenso an das Schema assimiliert. Dennoch kann nun nicht mehr dieselbe Greifaktion ausgeführt werden. Ein Spielzeugauto muss anders gegriffen werden, als eine Rassel. Noch prägnanter wird das Beispiel mit dem Versuch eines Kleinkindes, Wasser zu greifen. Das ausgebildete Greifschema muss dem neuen Gegenstand angepasst, also akkommodiert werden, im Falle des Wassers resultiert eine Schöpfbewegung. Die Inkorporation von einer Reihe von Gegenständen nennt Piaget generalisierende Assimilation.
Explizit bedeutet Assimilation so viel wie kognitive Integration von Umwelteinflüssen und Akkommodation in etwa die Modifikation der Schemata im Angesicht dieser Umwelteinflüsse. Akkommodation kann niemals getrennt und unabhängig von Assimilation auftreten. Akkommodation ist komplementär zur Assimilation. Assimilation und Akkommodation sind aber auch widerläufig. Durch den Organismus wird eine Äquilibration, also ein Gleichgewicht, dieser beiden Prozesse angestrebt (siehe auch Kybernetik).
Stadien der kognitiven Entwicklung nach Piaget:
0 - 1 Monat: Bei Geburt ist das Kind in einen Zustand des absoluten Egozentrismus eingeschlossen, es nimmt außer sich selbst nichts wahr. Das Kind beherrscht einfache Reflexe (Saugen, das Folgen von bewegten Objekten mit den Augen, das Schließen der Hand bei Berührung); aus diesen Reflexen werden willkürliche Aktionen.
1 - 4 Monate: Neue Reaktionsmuster bilden sich durch zufällige Kombination primitiver Reflexe. Das Kind vereinigt getrennte Aktionen, z. B. mit der Hand zappeln und daran saugen.
4 - 8 Monate: Das Kind reagiert auf äußere Reize, aber Sehen und Greifen sind noch nicht koordiniert. Erste Versuche werden unternommen, um auf die Umgebung einzuwirken, z. B. durch das Erzeugen der Geräusche einer Rassel.
8 - 12 Monate: Zielgerichtetes Verhalten entsteht. Ein Hindernis wird zur Seite geschoben, um einen Gegenstand zu greifen. Jetzt entsteht die Objektpermanenz. Neu tritt in diesem Alter auch die "Achtmonatsangst" (fremdeln) auf: Das Kind kann nun unterscheiden, welche Personen ihm vertraut sind und welche Personen ihm fremd sind. Während es früher alle menschlichen Gesichter angelächelt hat, schenkt es jetzt nur noch den ihm vertrauten Personen ein Lächeln. Auf Gesichter, die ihm fremd sind, reagiert es abweisend.
12 - 16 Monate: Gerichtetes Tasten, Hilfsmittel werden gebraucht, das Versuch-und-Irrtum-Verhalten ist auf ein Ziel gerichtet.
16 - 18 Monate: Das Kind beginnt, sich geistig zu entwickeln. Die motorische Aktion wird 'nach innen' verlegt. Es gibt seinen egozentrischen Standpunkt auf der physischen, noch nicht auf der geistigen Ebene auf.
Das Kind ersetzt die sensomotorischen Aktivitäten immer mehr durch verinnerlichte geistige Aktivitäten wie sprachlicher Ausdruck und Bildvorstellung. Es agiert in Gedanken. Ein Kind, das sich den zwingenden Aspekten des unmittelbaren konkreten Reizes nicht entziehen und sich nicht vorstellen kann, wie das Objekt vor einer Änderung ausgesehen hat, befindet sich im präoperationalen, vorgedanklichen Stadium.
Im präoperationalen Stadium sieht sich das Kind mit seinen Bedürfnissen und Zwecken noch als das Zentrum. Alles wird in Bezug auf das Ich gesehen. Der Egozentrismus des präoperationalen Kindes lässt es annehmen, dass jeder so denkt, wie es selbst denkt und dass die ganze Welt seine Gefühle und Wünsche teilt. Dieses Gefühl des Einsseins mit der Welt führt im Kinde zu der Überzeugung seiner magischen Allmacht. Die Welt ist nur seinetwegen geschaffen. Aufgrund seines Egozentrismus ist das Kind nicht fähig, sich in andere Menschen hineinzudenken. Alle teilen vermeintlich seinen Standpunkt. Es kennt nur seine Perspektive. Das Kind glaubt, dass alles, was für es für real hält (Worte, Namen, Bilder, Träume, Gefühle), auch wirklich existiert (Realismus). Auch auf der sprachlichen Ebene zeigt sich diese Egozentrizität. Das Kind ist nicht in der Lage, eine Geschichte so zu erzählen, dass sie für einen Zuhörer, der die Geschichte nicht kennt, verständlich ist. Ein weiterer Aspekt des egozentrischen Denkens ist der Animismus. Das Kind glaubt, dass die Dinge wie es selbst sind: Belebt, bewusst und voller Absichten .
Piaget unterscheidet vier Stadien in Bezug auf Animismus, die nacheinander durchlaufen werden:
Jeder Gegenstand kann mit einem Zweck oder bewusster Aktivität geladen sein. Ein Ball kann sich weigern, geradeaus zu fliegen.
Nur Objekte, die sich bewegen, sind lebendig (z. B. Wolken).
Nur Objekte, die sich spontan und aus eigener Kraft bewegen, sind lebendig.
Nur Pflanzen und Tiere sind lebendig.
Unter Artifizialismus versteht man die Vorstellung, dass die Gegenstände und Naturerscheinungen von Menschen geschaffen wurden. Zum Beispiel könnten Menschen Sterne, Berge und Flüsse erschaffen. Das Denken des präoperationalen Kindes beruht nicht auf Logik. Objekte und Vorgänge, die in einem raumzeitlichen Zusammenhang auftreten, werden in kausaler Beziehung gesehen, beispielsweise der Donner macht den Regen.
Unter Erhaltung ist die Fähigkeit zu verstehen, dass gewisse Eigenschaften eines Objekts konstant sind und erhalten bleiben, auch wenn es sein Aussehen ändert. Beispiele: Erhaltung der Substanz, auch wenn sich die Form ändert; Erhaltung des Gewichts bei Formänderung; Erhaltung des Volumens auch wenn das Wasser in ein höheres Gefäß gefüllt wird; Erhaltung der Länge eines Stocks, auch wenn er verschoben wird; Erhaltung der Anzahl, auch wenn die Anordnung (3x4 statt 2x6) verändert wird.
Das Kind kann in Gedanken mit konkreten Objekten oder ihren Vorstellungen operieren. Das Denken ist auf konkrete anschauliche Erfahrungen beschränkt. Abstraktionen (wie Milliarden Jahre) sind nicht möglich. Das Denken ist noch nicht logisch sondern intuitiv und wird von der direkten Wahrnehmung beeinflusst.
Dezentrierung ist der auf die unmittelbare Wahrnehmung folgende Prozess. Durch die Dezentrierung werden Irrtümer oder Verzerrungen der Wahrnehmung korrigiert. Nicht der vordergründige, auffälligste Aspekt der Wahrnehmung wird am stärksten bewertet.
Reversibilität (Umkehrbarkeit) ist das Vermögen in Gedanken rückwärtszugehen. Durchgeführte Operationen können wieder rückgängig gemacht werden (Addition - Subtraktion).
Seriation ist die Fähigkeit Objekte in einer Reihenfolge entsprechend der Größe, des Aussehens oder eines anderen Merkmals anzuordnen.
Klassifikation bedeutet die Fähigkeit, eine Gruppe von Objekten entsprechend ihres Aussehens, Größe oder eines anderen Merkmals zu benennen oder zu identifizieren. Dies schließt die Idee ein, dass eine Klasse eine andere Klasse beinhalten kann (Klasseninklusion).
Der junge Mensch kann nun 'mit Operationen operieren', das heißt, er kann nicht nur über konkrete Dinge, sondern auch über Gedanken nachdenken. Die Periode ist charakterisiert durch abstraktes Denken und das Ziehen von Schlussfolgerungen aus vorhandenen Informationen.
Diese vier Stadien haben folgende Charakteristika:
Die einzelnen Stadien folgen aufeinander; ein Stadium muss durchlaufen sein, bevor das Nächste folgen kann.
Die Stadien sind durch qualitative , nicht nur durch quantitative Unterschiede voneinander abgegrenzt.
Am Ende jeder Entwicklungsstufe des Kindes besteht ein Gleichgewicht zwischen Assimilation und Akkommodation. Dieses Gleichgewicht wird durch die Reifung, durch Erfahrung und durch Erziehung gestört und führt zum Durchlaufen der einzelnen kognitiven Stadien.
Piaget führte für seine Untersuchungen viele Verhaltensexperimente/Tests durch, einige davon mit seinen eigenen Kindern. Es folgen seine bekanntesten und wichtigsten Experimente:
Ein Gegenstand wird vor den Augen des Kindes durch einen Sichtschutz verdeckt. Das Kind wirkt überrascht und verhält sich so, als habe sich das Objekt in Luft aufgelöst! (Ein Kind, das sich so verhält, hat Piaget zufolge, noch keine Objektpermanenz ausgebildet)
Zwei Glascontainer A und B: A ist gefüllt mit Wasser, B ist leer. Wasser aus Container A wird komplett in B umgegossen. Der Wasserpegel steht nun in B höher als zuvor in A, da B schmaler und länglicher ist als A. Das Kind antwortet, dass nun mehr Wasser in B enthalten sei, als zuvor in A! (Fehlende Invarianz von Volumina)
Zwei gleichgroße Knetkugeln. Eine Knetkugel wird vor den Augen des Subjekts (!) zu einer Wurst umgeformt. Subjekt behauptet, Knetmasse habe sich verändert. Sieht zwar die Identität der verformten Kugel ein, gibt jedoch an, die Masse habe sich erhöht ('wird länger') oder verringert ('ist dünner geworden'). Nach Piaget wird die Aufgabe falsch gelöst, weil das Subjekt a) nicht über Reversibilitätskompetenz verfügt und b) sich nur auf eine Dimension der Transformation beschränkt (Zentrierung).
Zwei Spielzeugautos A und B. Beide fahren und stoppen zur selben Zeit. A fährt schneller als B. Das Kind meint, A sei länger gefahren als B. Erklärung: Verwechselung der Parameter Zeit (t) und Distanz (s).
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